DIE GRÖSSTE KATASTROPHE AN BORD IST FEUER

Bei einem Brand an Bord können wenige Minuten lebensentscheidend sein. Es entsteht sofort giftiger Rauch, der sich schnell ausbreitet. In so einem Augenblick zahlen sich sowohl der richtige Umgang mit den vorhandenen Brandschutzmitteln als auch das Wissen um die unterschiedlichen Löschmittel und den Umgang mit desen im Vorfeld aus!

Es gibt viele Möglichkeiten von Schiffsbränden
Feuer an Bord, Brandursachen

Moderne Yachten geben viele Möglichkeiten ?

Es gehen weltweit mehr Schiffe durch Brände verloren als durch Wassereinbruch. Die Liste der technischen Defekte und menschlichen Unachtsamkeiten ist erschreckend lang. Auch werden Brände an Bord oft erst spät entdeckt und die Folgen können verheerend sein. BrandursacheBrandschutzBrandklassenBrandbekämpfungWas kann ich nun tun?

Die Gefahrenquellen an Bord sind sehr vielfältig

Es gibt viele Möglichkeiten für Brände an Bord. Von einfach nur “Pech gehabt”, wie z.B. eine umgekippte Kerze auf dem Salontisch bis hin zu Gasbränden. Die häufigsten Brandursachen sind jedoch:

Elektrobrände
Ob es die Kabel sind, die hinter Wandverkleidungen oder Schalttafeln verbaut sind oder die Bord-Batterien, die nicht sachgemäß angeschlossen wurden – für Elektrobrände gibt es viele mögliche Quellen. Daher ist es extrem wichtig, Brandgerüchen sofort auf den Grund zu gehen. Wird der Brand rechtzeitig erkannt, so lässt sich in der Regel der Vollverlust der Yacht vermeiden.

Fettbrände in der Pantry
Gerade beim Kochen passiert es schnell, dass sich das Fett in der Pfanne überhitzt und eine offene Flamme entsteht, die schnell um sich greift. Ist umgehend das richtige Löschmittel gewählt und zur Hand, können oft größere Schäden vermieden werden.

Motorbrände
Im Motorraum entsteht oft eine sehr hohe Hitze – kombiniert mit undichten Kraftstoffleitungen oder anderen brennbaren Materialien kann das fatale Folgen haben.

Feuer an Bord, Brandursachen
Feuer an Bord, Brandursachen

Brandschutz: Wenn es brennt, ist es meist schon zu spät

Schon bei der Ausrüstung einer Yacht ist es empfehlenswert, sich intensiv Gedanken über den Brandschutz zu machen. Das umfasst beispielweise

  • Brandanlagen / Feuerlöscher
  • Fluchtwege
  • brandhemmende Schotten

Empfehlenswert ist auch, die Crew ausführlich in die Brandbekämpfungsmaßnahmen an Bord einzuweisen. So können mit hoher Wahrscheinlichkeit:

  • eine Brandentstehung verhindert werden
  • Brände von der Crew wirksam und eigenständig bekämpft werden
  • die Notrolle für “Feuer an Bord” umgehend eingeleitet werden
Feuer an Bord, Brandklasse A
Feuer an Bord, Brandklasse A

Richtig reagieren bei Feuer an Bord

Wer bei einem Brand den kühlen Kopf bewahrt und richtig reagiert, kann das Leben seiner Crew und sich selbst retten. Um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, ist es entscheidend die Art des Feuers zu kennen. Je nach Ausdehnung des Brandes besteht die Gefahr, dass mit Bordmitteln die Yacht nicht mehr zu retten ist. In diesem Fall sollte, zum Schutz der Crew, die Notrolle “Feuer an Bord” umgehend eingeleitet werden.

Für die Brandbekämpfung an Bord stehen unterschiedliche Feuerlöscher und -Systeme zur Verfügung, die in sogenannte Brandklassen eingeteilt sind. Die richtigen Maßnahmen bei einem Brand an Bord zu wählen ist elementarer Bestandteil der Brandbekämpfung.

Die unterschiedliche Brandklassen:

BRANDKLASSE A
Brände fester Stoffe
Dies sind hauptsächlich Stoffe organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen. Beispiele: Autoreifen, Holz, Kohle, einige Kunststoffe, Papier und Textilien.

BRANDKLASSE B
Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen
Beispiele: Alkohole, Benzin, Lacke, Öle, Fette, Harze, die Mehrzahl der Kunststoffe, Teer, Wachse.

BRANDKLASSE C
Brände von Gasen
Beispiele: Acetylen, Methan, Propan, Stadtgas, Wasserstoff

BRANDKLASSE D
Brennbare Metalle
Beispiele: Aluminium, Kalium, Lithium, Magnesium, Natrium und deren Legierungen.

BRANDKLSSE F
Brände von Speiseölen und Speisefetten
Beispiele: Pflanzliche oder tierische Öle und Fette

LÖSCHMITTEL RICHTIG EINGESETZT

Jedes Löschmittel besitzt eine Hauptlöschwirkung und eventuelle Nebenlöschwirkungen. Die falsche Auswahl des Löschmittels kann fatale Folgen haben! So reagieren einige chemische Stoffe mit Wasser. Bei chemischen Löschmitteln werden bei hohen Temperaturen bisweilen Moleküle aufgebrochen und gehen neue Verbindungen ein. Mögliche Folgen sind Explosionsgefahr oder Säurebildung. Hier sind die gängigsten Arten aufgeführt:

Medium Wirkung Pro Contra Symbol
WasserDie Wirkung von Wasser besteht in seinem hohen Wärmebindungsvermögen. So bekämpft nicht die Feuchtigkeit, sondern die Kühlung den Brand. schnell / vorhanden / günstig NICHT für Fettbrände geeignet Feuer an Bord, Brandklasse A
PulverDie Wirkung beruht auf seiner Fähigkeit, Radikale an sich zu binden und dadurch die laufende Reaktion zu unterbrechen schnelle Löschwirkung / geringe Gefahr der Rückzündung / günstigstarke Verunreinigung / schwer zu reinigen Feuer an Bord, Brandklasse A Feuer an Bord, Brandklasse B Feuer an Bord, Brandklasse C
FettbrandDas Löschmittel wirkt rasch, zuverlässig, aber nicht rückstandsfrei schnell & zuverlässig NUR für Fettbrände geeignet / starke Verunreinigung Feuer an Bord, Brandklasse F
Co2 LöscherDie Wirkung beruht auf der Verdünnung des Sauerstoffgehaltes der Umgebungsatmosphäre es entsteht keine Verunreinigung örtlich begrenzte Löschwirkung / Löscher groß und schwer in der Handhabung Feuer an Bord, Brandklasse B
SchaumSchaumlöscher verhindern eine schnelle Brandausbreitung. Zudem werden Rückzündungen weitgehend unterdrückt. schnell / vorhanden / günstig NICHT für Fettbrände geeignet Feuer an Bord, Brandklasse A Feuer an Bord, Brandklasse B
LöschdeckeDie Löschwirkung entsteht durch die Trennung von Sauerstoff und brennbarem schadenfrei einsetzbar / schnell / mehrfach verwendbar in Verbindung mit Kunststoff-fasern hoher Personenschaden Feuer an Bord, Brandklasse A Feuer an Bord, Brandklasse B Feuer an Bord, Brandklasse C
Aerosol Im Brandfall kann ein Aerosol-Löschsatz elektrisch, thermisch oder auch manuell ausgelöst werden. Der Reaktionsprozess erzeugt Kaliumcarbonat, das als Feststoffaerosol austritt. Durch eine chemische Reaktion des Aerosols in der Flamme werden freie Radikale gebunden, es kommt zu einer Unterbrechung der Kettenreaktion des Verbrennungsprozesses. Weiterhin wird der Flamme auf molekularer Ebene Energie entzogen schnell / automatischer Einsatz möglich / rückstandsfreie Löschung / für die meisten Brandklassen geeignet teuer in der Anwendung /
meist nur als Löschsystem vorhanden / Installation durch Fachmann
Feuer an Bord, Brandklasse A Feuer an Bord, Brandklasse B Feuer an Bord, Brandklasse C Feuer an Bord, Brandklasse F

WAS KANN ICH TUN?

Feuer an Bord, Vorbereitung

Vorbereitung: Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander

Auch wenn ein Feuer an Bord selten eintritt, so heißt es gut vorbereitet zu sein.
Hier noch einmal ein paar Tipps:

  • Löschmittel immer einsatzbereit
  • Notrolle “Feuer an Bord” definieren
  • Übung macht den Meister (an Brandübungen teilnehmen)
  • Bordausrüstung überprüfen
  • Brandschutzkonzept mit Fachmann erarbeiten

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder alleinige Richtigkeit

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